St.Pauli

Krimifreunde, Musical-Fans, Partygänger, Spaßvögel, Nachtschwärmer – auf St. Pauli finden alle die passende Location.

Hamburg. Von Mojo Club bis Große Freiheit 36. Vom Klubhaus bis Angie’s Nightclub. Vom Imperial Theater bis bis zum St. Pauli Theater. Der Kiez bietet die besten Clubs und Bühnen in der Stadt. Ach was! Die besten Clubs der Welt.

Der Mojo Club: für alle, die Soul, Funk und Hip-Hop lieben

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

Was für den Klassik-Fan die Elbphilharmonie ist, ist für den Pop-Liebhaber der Mojo Club: Die Innenarchitektur des unter den Tanzenden Türmen als Raum-in-Raum-Konstruktion auf Stahlfedern ruhenden Saals ist komplett dem Primat der Akustik untergeordnet. Musikanlage, Raumklima und Sicht auch auf der Empore sind perfekt für Konzerte, die – im Gegensatz zum 2009 abgerissenen alten Mojo Club – mittlerweile statt Partys das Programm dominieren.

Wen trifft man?

Bei Partys Ü30-Freunde von Soul, Funk, Afrobeat und Hip-Hop, bei Konzerten Bands und Fans aller Pop-Spielarten. Selten in Hamburg und für manche verwirrend, für manche praktisch, ist das Unisex-WC.

Mojo Club, Reeperbahn 1 (U St. Pauli), 800 Plätze, www.mojo.de

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Imperial Theater: für Krimifreunde, die auch mal lachen wollen

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

Krimis, aber nicht nur. Nach Eröffnung 1994 war das Imperial zunächst ein Musiktheater. Seit 2003 hat es sich zu der deutschen Krimibühne entwickelt. Auf den Spielplan hat Intendant Frank Thannhäuser Adaptionen von Edgar Wallace gesetzt, aktuell „Der Frosch mit der Maske“. Stets mit einem ironischen Blick, aufwendigen Bühnenbildern und opulenten Kostümen. Dazu kommen montags bis mittwochs Gastspiele aus Musik, Comedy (Jan-Christoph Scheibe) und Improtheater (Steife Brise).

Wen trifft man?

Ein buntes Publikum aus Hamburg und Umgebung, aber auch Touristen.

Imperial Theater, Reeperbahn 5 (U St. Pauli), Saal: 272 Plätze; www.imperial-theater.de

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Operettenhaus: für Musical-Fans aus nah und fern

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

1841 nach dem Vorbild in Wien als Circus Gymnasticus mit 3000 Sitzplätzen eröffnet, hat das Operettenhaus heute knapp die Hälfte der Kapazität. Seit der Premiere von „Cats“ 1986 ist es ein Musicaltheater. Noch bis 30.9. läuft hier das Dragqueen-Musical „Kinky Boots“ mit der Musik von Cyndi Lauper, ab 28.10. „Ghost“, basierend auf dem Film „Ghost – Nachricht von Sam“, danach ab März 2019 „Tina“, das Tina-Turner-Musical.

Wen trifft man?

Bei Voraufführungen und Premieren eher Publikum aus Hamburg und Umgebung, später aber mehr Touristen.

Stage Operettenhaus, Spielbudenpl. 1 (U St. Pauli), Saal: 1296 bis 1376 Plätze; www.stage-entertainment.de

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Docks und Prinzenbar: für Bands, die (noch) klein sind

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

Seit 30 Jahren ist das Docks als zweitgrößter ­Liveclub nach der Großen Freiheit 36 die bekannteste Bühne für Rock-, Pop- und Metalbands, die (noch) zu klein sind für die Sporthalle. Und in der angeschlossenen Prinzenbar mit ihrem charmanten Ambiente mit Stuck, Putten, Lüster und Terrassen-Emporen spielen die Bands, die (noch) zu klein sind für das Docks.

Wen trifft man?

Bei Metal-Konzerten gefühlt 200 Leute mehr als bei Pop-Konzerten. Mehr Männer heißt mehr Bierbäuche, heißt mehr Platzbedarf, obwohl nicht mehr Karten verkauft werden als an anderen Abenden.

Docks/Prinzenbar, Spielbudenplatz 19/Kastanienallee 20 (U St. Pauli), 1200/150 Plätze, Programminfos: www.docks-prinzenbar.de

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Klubhaus St. Pauli: für Partygänger, Musik- und Udo-Freunde

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

Fast alles. Partys von ganz unten im Bahnhof Pauli (Untergeschoss) bis ganz oben im Gaga (5. Stock). Dazwischen Comedy im Schmidtchen mit Drinks in der Alten Liebe oder im Sommersalon (Erdgeschoss), im ersten Stock Livemusik im Kukuun (Singer/Songwriting, auch Lesungen) und im Häkken (Pop und Rock), im zweiten Stock eine Lasertag-Arena, im dritten Live-Escape Games im Skurrilum St. Pauli und im vierten natürlich Udo Lindenbergs Multimedia -Erlebnis „Panik City“.

Wen trifft man?

Party-People, Comedy- und Musikfreunde sowie Touristen.

Klubhaus St. Pauli, Spiel­budenplatz 21/22 (U St. Pauli); www.klubhaus-stpauli.de

Schmidt Theater, Tivoli, Schmidtchen: für Spaßvögel

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

Im Schmidt Theater (gegründet 1988), Schmidts Tivoli/ (seit 1991) und Schmidtchen (seit 2015) laufen meist hauseigene Musikkomödien wie die Dauerbrenner „Die Königs vom Kiez“ und „Heiße Ecke“. Sonntags und montags ergänzen Comedy-Gastspiele das Programm.

Wen trifft man?

Das Publikum ist bunt gemischt. Bei Hausproduktionen kommen 30 Prozent der Besucher aus Hamburg und dem Umland, 30 Prozent sind Tagestouristen (aus bis zu 200 km), 40 Prozent kommen aus noch größerer Entfernung. In der Schmidt-Hausbar raucht Hausherr Corny Littmann meist als Erster.

Schmidts Tivoli GmbH, Spielbudenplatz 27/28 (U St. Pauli), Schmidt 423 Plätze, Tivoli 612, Schmidtchen 197; www.tivoli.de

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Angie’s Nightclub: für Nachtschwärmer mit Anspruch

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

Opulenter Soul-Gesang, mal live, mal von CD, preisgekrönte Cocktails und eine elegante Wohlfühl­atmosphäre: In Angie’s Nightclub treffen sich seit 1991 die Besser-Ausgeher der Stadt. Sehr beliebt sind die regelmäßigen Shows von Zsuzsa & the Soulicious und Cosmopauli mit Coverversionen von Aretha Franklin bis Chaka Khan. Bonus: der Blick auf die glitzernde Reeperbahn.

Wen trifft man?

Alle, die einen entspannten Abend verbringen möchten. Der kann übrigens auch komplett ohne Alkohol auskommen, stehen doch bei Angie’s gleich zehn alkoholfreie Cocktails (zu jeweils sechs Euro) auf der Karte

Angie’s Nightclub, Spielbudenplatz 27 (U St. Pauli), Programminfos: www.tivoli.de/gastro/angies

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St. Pauli Theater: für alle, die gehobene Unterhaltung mögen

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

1841 als Urania-Theater gegründet, ist das St. Pauli Theater das älteste Privattheater Hamburgs. Unter Thomas Collien (Foto) und Ulrich Waller, die es seit 2003 leiten, spielten hier Hannelore Hoger und Ben Becker. Zum modernen Unterhaltungstheater zählen deutsche Erstaufführungen des französischen Autors Florian Zeller, ab 10.10. wieder „Die Neue“ von Eric Assous mit Johanna Christine Gehlen und Michael Prelle.

Wen trifft man?

Vor allem bei Premieren gern Besucher aus den Elbvororten und den Walddörfern, in der Regel ein gutbürgerliches Publikum, Durchschnittsalter: 49 Jahre.

St. Pauli Theater, Spielbudenplatz 29/30, (S Reeperbahn), Saal: 533 Plätze; www.st-pauli-theater.de

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Große Freiheit 36 und Kaiserkeller: für Stars und Partygänger

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

1985 eroberte die Große Freiheit 36 den Kiez für die Livemusik-Kultur zurück und veranstaltete seitdem jährlich im Saal und im Kaiserkeller im Untergeschoss mehr als 100 Konzerte aller Genres sowie Partys. Es dürfte keinen Hamburger Club geben, der international bekannter ist, und jeder Hamburger Nachwuchsmusiker träumt wohl davon, dort einmal auf der Bühne zu stehen und vor 1500 Fans zu spielen.

Wen trifft man?

Prince, Rammstein, Coldplay, Kylie Minogue, Robbie Williams und Westernhagen – entweder kurz vor der Stadionreife oder danach, wenn sie mal wieder in einem richtigen Club spielen wollen.

Große Freiheit 36 (S Reeperbahn), 1500 Plätze (Kaiserkeller 450); www.grossefreiheit36.de

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Molotow: für die, die Bands von morgen sehen wollen

Was gibt’s zu sehen/zu hören?

Den Club Molotow gibt es seit 1990; er gehört eigentlich an den Spielbudenplatz, wo der Schweiß zu Hause ist. So etwas wie das Molotow gibt es kein zweites Mal: dieses hitzige Kellerloch, in das kaum 200 Leute reingehen, denen die T-Shirts am Körper kleben und die Rockherzen ganz fest schlagen. Bis zur versprochenen Rückkehr ans andere Ende der Reeperbahn gastiert das Molotow weiterhin am Nobistor.

Wen trifft man?

Bands wie die White Stripes, die später ganz groß werden. Dresscode Jeans, T-Shirt, in Ausnahmefällen Studenten-Sakko. Die Damen tragen aber auch mal Kleid, denn der Rock ’n’ Roll kennt zwar keine Etikette, aber jede Menge Schönheit.

Molotow (S Reeperbahn), Nobistor 14, 200 Plätze, Programminfos: www.molotowclub.com